Naturtagebuch: 7 kreative Natur Journaling Ideen für draußen

Naturtagebuch Naturjournaling

Natur-Journaling

Mit diesen Ideen startest du noch heute

Natur Journaling – eine Praxis, die Wissenschaftler als "exponentiell wirksam" bezeichnen. In 8 Minuten erfährst du in diesem Artikel, wie du noch heute damit startest. Auch ohne Zeit. Auch ohne Schreibtalent. Auch ohne Wald vor der Haustür. Vielleicht findest du ein Blatt, das sich anders anfühlt. Ein Windzug, der etwas in dir klärt. Eine Spur, die dich an etwas erinnert, das du fast vergessen hattest. Sichtbar geworden durch die Brücke des Schreibens. Das Natur-Journaling trainiert Achtsamkeit, Intuition und Selbstverbindung wie kaum etwas anderes. Und: Es lässt sich überall beginnen. Auf dem Balkon. Am Fluss. Im Stadtpark.

In diesem Artikel findest du:

  • eine Idee, warum das Naturtagebuch weit mehr ist als eine kreative Übung (auch im Naturcoaching-Kontext einsetzbar)
  • einen Download mit einer Übung für die erste Seite und 7 kraftvollen Umsetzungsübungen to go
  • Links zu weitere Anregungen und Lehrvideos
  • Hintergrundinformationen wie du mit nur fünf Minuten täglich deinen Fokus, deine Ruhe und deinen inneren Kompass stärkst

Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen. Sende die Entdeckung des Natur-Journalings gerne auch an andere Interessierte...

Was ist ein Naturtagebuch?

Und warum explodiert es gerade auf Social Media?

Ein Naturtagebuch ist weit mehr als ein Notizbuch für Pflanzenbeobachtungen. Es ist deine persönliche Brücke zwischen der Hektik des Alltags und der heilsamen Kraft der Natur. Beim Natur Journaling kombinierst du Schreiben, Zeichnen und achtsame Naturbeobachtung – eine Praxis, die dein Stresslevel nachweislich senkt und deine Kreativität explodieren lässt.

Die Zahlen sprechen für sich: Über 2,3 Millionen Posts unter #naturejournaling auf Instagram zeigen, dass Menschen weltweit diese transformative Praxis für sich entdecken. Aber was macht Natur Journaling so besonders?

Einstieg und 7 nachhaltige Naturtagebuch-Techniken

Dein erstes Naturtagebuch-Ritual: Die "Erste Seite"

Schritt-für-Schritt zum Start:

1. Finde einen Platz, der dich anzieht. Kein Wald nötig – Park, Balkon oder ein einzelner Straßenbaum reichen.
2. Hand aufs geschlossene Naturtagebuch legen. Dreimal tief atmen. Frage dich: "Was möchte hier beginnen?"
3. Erste Seite aufschlagen. Schreibe: "Heute beginnt..." – dann lass die Worte fließen, ohne Zensur.
4. Sinne aktivieren und notieren: 3 Dinge, die du hörst, 3 Dinge, die du siehst und 3 Dinge, die du riechst oder fühlst
5. Besiegeln: Schließe mit einer kleinen Geste. Z.B. Zeichne einen Kreis um deine Notizen oder sammle ein Blatt, dass du einklebst

1. Die 3-Satz-Methode von John Muir Laws

Perfekt für Einsteiger! Diese Technik vom Mitbegründer der WildWonder Foundation revolutioniert deine Wahrnehmung:

"Ich bemerke..." Schärfe deine Sinne. Beschreibe konkret, was ist:

  • "Ich bemerke, wie der Wind die Grashalme in Wellen bewegt"
  • "Ich bemerke das symmetrische Muster auf der Baumrinde"

"Ich frage mich..." Wecke deine Neugier. Deine Fragen brauchen keine Antworten:

  • "Ich frage mich, warum dieser Baum schief wächst"
  • "Ich frage mich, ob die Ameisen jeden Tag denselben Weg nehmen"

"Das erinnert mich an..." Verknüpfe Beobachtungen mit deinem Leben:

  • "Das erinnert mich an die Hände meiner Großmutter"
  • "Das erinnert mich an das Gefühl von Heimkommen"

Zeitaufwand: 10 Minuten | Wirkung: Sofort spürbar

2. Das Pflanzenportrait: Dein stiller Freund

Wähle eine Pflanze, einen Baum oder ein einzelnes Blatt. Betrachte es fünf Minuten schweigend. Dann schreibe oder zeichne.

Leitfragen für dein Naturtagebuch:

  • Welche Geschichte erzählt diese Pflanze?
  • Welche Herausforderungen hat sie gemeistert?
  • Was kann ich von ihrer Überlebensstrategie lernen?

Pro-Tipp: Besuche "deine" Pflanze wöchentlich. Ein Jahres-Naturtagebuch zeigt dir Zyklen – in der Natur und in dir selbst.

Coaching-Gold: Diese Übung entwickelt nicht nur Beobachtungsgabe, sondern schenkt oft überraschende Einsichten über dein eigenes Leben.

3. Wetterschreiben: Die Kunst der Sinne

Die Challenge: Schreibe 5 Minuten über das Wetter – OHNE die Wörter "Wetter", "Regen", "Sonne" oder "Wind" zu benutzen.

Statt: "Es regnet" Schreibe: "Tausende kleine Trommler tanzen auf den Blättern über mir" oder "Der Himmel weint Perlen, die an meiner Haut zerplatzen"

Diese Übung trainiert deine Metaphernsprache und macht dich sensibler für sinnliche Wahrnehmungen.

Selbstcoaching-Dimension: Oft spiegelt dein inneres Wetter das äußere wider. Nutze diese Erkenntnis für tiefe Selbstreflexion.

4. Schatten als Lehrer: Wenn Licht spricht

Lege dein Naturtagebuch in die Sonne. Zeichne den Schatten eines Astes, Blattes oder Steins auf die Seite.

Während du zeichnest, frage dich:

  • Was in mir möchte heute sichtbar werden?
  • Welche verborgenen Aspekte wollen Aufmerksamkeit?

Schatten verändern sich mit dem Licht – wie deine Perspektiven. Diese Übung verbindet Kunst mit tiefgehender Selbstreflektion.

5. Das Dankbarkeits-Baumblatt

So einfach, so kraftvoll:

  1. Sammle ein Blatt, das dich anspricht
  2. Klebe oder presse es in dein Naturtagebuch
  3. Schreibe drei Dinge auf, für die du dankbar bist (eines davon naturbezogen)

Das Blatt wird zum Symbol für Vergänglichkeit und Schönheit zugleich.

Jahres-Variante: Sammle über 12 Monate Blätter und Naturmaterialien. Dein Tagebuch wird zu einem lebendigen Herbarium deiner Dankbarkeit.

6. Die 5-Minuten-Stille: Hören, was unhörbar ist

  1. Timer auf 5 Minuten stellen
  2. Völlig still sitzen – nur beobachten, lauschen, spüren
  3. NICHT schreiben während dieser Zeit
  4. Nach dem Timer: Alles notieren, was du wahrgenommen hast

Was du entdeckst

  • Geräusche, die du normalerweise überhörst
  • Körperempfindungen, die im Alltag untergehen
  • Gedanken, die kommen und gehen wie Wolken

Diese Achtsamkeitsübung zeigt dir, wie reich scheinbare Stille sein kann.

7. Naturfragen-Roulette: Die Natur als Orakel

So geht's:

  1. Bereite Karten mit offenen Fragen vor
  2. Ziehe blind eine Karte in der Natur
  3. Lass die Umgebung zur Antwortgeberin werden

Beispielfragen für dein Naturtagebuch:

  • "Was darf ich loslassen?"
  • "Welche Kraft trägt mich heute?"
  • "Wo brauche ich mehr Geduld?"
  • "Was will wachsen?"

Ein Vogel, der sein Nest verlässt = Antwort aufs Loslassen. Ein Baum, der trotz Sturm steht = Symbol deiner inneren Kraft.

Intuitive Schreibweise: Notiere spontan, was dir auffällt. Vertraue deiner ersten Assoziation.

Wenn der Stresslevel durch Natur-Coaching nachweislich um 55% reduziert wird (siehe Studie der Naturcoach-Akademie), dann ist das Naturjournaling ein idealer Einstieg, um diese tiefe Verbindung zur Natur täglich zu stärken und den Grundstein für eine professionelle naturverbundene Tätigkeit zu legen – informiere dich jetzt über unsere Naturcoach-Ausbildung!

Weitere Details zur Ausbildung zum zertifizierten Naturcoach

Kontaktiere uns gerne für ein unverbindliches Gespräch – wir freuen uns darauf, von dir zu hören!

John Muir Laws als Schlüsselfigur im Natur Journaling

Beobachten, Zeichnen und Verstehen

Für eine tiefere Auseinandersetzung mit der Methode des Naturjournaling ist John Muir Laws eine Schlüsselfigur. Der preisgekrönte Naturforscher, Künstler und Pädagoge gilt als einer der Hauptakteure der weltweiten Naturjournaling-Bewegung. Seine Philosophie verbindet akribische naturwissenschaftliche Beobachtung mit kreativer Darstellung und lehrt uns, dass jeder – unabhängig von seinen Zeichenfähigkeiten – ein versierter Naturjournalist werden kann. Er betont die Wichtigkeit der sogenannten "drei Sprachen": Worte, Bilder und Zahlen, um Beobachtungen vollständig zu dokumentieren. John Muir Laws' umfangreiche, kostenlose Ressourcen, insbesondere seine gefragten YouTube-Video-Lektionen, bieten einen idealen Einstieg und wertvolle Vertiefung. Hier findest du einige seiner besten Tutorials für den direkten Einstieg:

  • Einführung in das Naturjournaling: Starte mit der ersten Episode seiner Serie "The Nature Journal Connection" und lerne die grundlegenden Prinzipien und die Vorteile der Beobachtung kennen.
  • Ausrüstung und erste Schritte: Erfahre, wie du dein Journaling-Kit zusammenstellen und mit der Praxis beginnst, indem du einfache, aber effektive Techniken anwendest, wie in seinem Video zur Nature Journaling Ausrüstung gezeigt. (Hier findest du auch eine Bestätigung, dass ein Hardcover-Notizbuch als eigene Schreibunterlage dienen kann, was zur Reduzierung der "Minimalist-Version"-Ausrüstung beiträgt.)
  • Zeichnen lernen für Journaler: Für alle, die ihre Zeichenfähigkeiten verbessern möchten, bietet Laws spezifische Lektionen, zum Beispiel Tutorials zum Zeichnen von Vögeln, Säugetieren oder Pflanzen, die zeigen, wie man mit einfachen Formen beginnt und dann Details hinzufügt.
  • Naturtagebuch als Lehrmittel: Pädagogen und Eltern finden in seinen Anleitungen, wie man Naturjournaling lehrt, wertvolle Tipps zur Einbindung in Bildungseinrichtungen oder das Homeschooling.
  • Ein informatives Buch mit weiteren Informationen zum Naturjournaling auf Deutsch habe ich HIER gefunden (kein Affiliate-Link, keine Provision)

Die Wissenschaft dahinter: Deshalb wirkt es

Zwei Superkräfte vereint

Journaling-Effekt: Dr. James Pennebakers Forschung beweist – regelmäßiges Schreiben senkt Stress, stärkt dein Immunsystem und schafft emotionale Klarheit. Du aktivierst dabei deinen präfrontalen Kortex, der für bewusste Entscheidungen zuständig ist.

Natur-Boost: Die Umweltpsychologie zeigt eindeutig, dass Naturkontakt dein Nervensystem beruhigt, kreatives Denken fördert und deinen Parasympathikus aktiviert – dein "Ruhe-und-Erholungs-System".

Die Kombination? Exponentiell kraftvoller.

Wenn du dein Naturtagebuch draußen führst, passiert etwas Magisches: Die Stille zwischen den Bäumen, der Duft von Erde, das Lichtspiel – all das fließt in deine Worte ein. Du schreibst lebendiger, denkst klarer, fühlst tiefer.

Dein Naturtagebuch-Take-Away (in 3 Sätzen)

Natur Journaling verbindet die wissenschaftlich bewiesenen Effekte von Schreiben und Naturkontakt zu einer transformativen Praxis. Mit einfachen Techniken wie der 3-Satz-Methode oder dem Pflanzenportrait schaffst du in nur 10-20 Minuten pro Woche einen Anker für Achtsamkeit, Selbstreflexion und Kreativität. Dein Naturtagebuch wird zur persönlichen Brücke zwischen Alltag und innerer Klarheit – und es beginnt mit einer einzigen Seite.

Naturtagebuch unterm Arm. Dein nächster Schritt

Vielleicht fühlst du gerade den Impuls, es morgen zu probieren. Oder nächste Woche. Oder wenn du das perfekte Notizbuch als Naturtagebuch gefunden hast. Aber hier ist die Wahrheit: Der perfekte Moment existiert nicht. Es gibt nur diesen Moment. Schnapp dir JETZT einen Zettel, einen Stift, und geh raus. Fünf Minuten reichen. Schreib drei Sätze über das, was du siehst. Mehr braucht es nicht für den Anfang.

Dein Naturtagebuch wartet nicht darauf, perfekt zu sein. Es wartet darauf, zum Leben erweckt zu werden.
Was wird deine erste Naturtagebuch-Eintragung sein? Schreib uns gerne und lass uns an deiner Erfahrung teilhaben! 

Teile diesen Artikel mit jemandem, der mehr Ruhe im Leben braucht. Natur Journaling könnte genau das sein, wonach diese Person sucht.
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FAQ: Die 6 häufigsten Fragen zum Natur Journaling

Brauche ich Vorkenntnisse oder Zeichentalent?
Absolut nicht. Natur Journaling ist kein Kunstwettbewerb – es ist ein Werkzeug für Selbstentdeckung. Authentizität schlägt Ästhetik. Jeden. Tag.

Was, wenn ich ungern schreibe?
Dann zeichne, skizziere oder klebe Naturmaterialien ein. Auch drei Wörter oder nur Symbole können transformativ sein. Es gibt keine Regeln – nur Möglichkeiten.

Wie oft sollte ich mein Naturtagebuch führen?
Qualität vor Quantität. Einmal pro Woche für 20 Minuten zeigt bereits deutliche Effekte. Wichtiger als Häufigkeit ist Regelmäßigkeit. Rituale sind mächtiger als Perfektion.

Funktioniert Natur Journaling auch in der Stadt?
Ja! Natur beginnt in der Wahrnehmung, nicht in der Postkartenidylle. Ein Baum im Hinterhof, Topfpflanzen auf dem Balkon oder der Blick zum Himmel reichen völlig. Städtische Natur ist genauso kraftvoll – sie erzählt nur andere Geschichten.

Kann ich das für Coaching nutzen?
Unbedingt! Perfekt für: Resilienztrainings | Achtsamkeitscoaching | Burnout-Prävention | Integration nach Coaching-Sessions

Viele Coaches berichten von Durchbruchsmomenten ihrer Klienten beim Naturtagebuch-Schreiben.

Was bei schlechtem Wetter?
Es gibt kein schlechtes Wetter für Natur Journaling – nur verschiedene Erfahrungen. Regen, Wind, Schnee bieten einzigartige Schreibanlässe. Notfalls reicht ein überdachter Ort mit Naturblick.

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